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Betriebsart EME bei DK0IZ
Der Funkbetrieb über die verschiedenen Erde-Mond-Erde Betriebsarten dürfte noch für sehr lange Zeit die Überbrückung der größtmöglichen Distanz mit Amateurfunkmitteln darstellen. Schon alleine deswegen sollte jeder, dem das möglich ist, EME einmal ausprobieren.
Leider ist der EME-Betrieb nur mit größeren Anlage möglich. Dies hängt mit der großen Entfernung des Mondes und der recht schlechten Reflexionsfähigkeit der aus basaltähnlichen Gesteinen bestehenden Mondoberfläche zusammen. Insgesamt sind im Mittel knapp 800000 km zu überwinden, wofür die elektromagnetische Strahlung ca. 2,5 Sekunden benötigt. Aufgrund dieser langen Laufzeit ist es mit geeigneter Anlage möglich, die eigenen Echos vom Mond zu empfangen und auch zu bewerten.
Die gesamte Streckendämpfung im EME Verkehr ist frequenzabhängig. Sie liegt in jedem Fall weit jenseits von 200 dB. Ursachen hierfür sind neben der großen Entfernung und der Eigenschaften der Mondoberfläche auch Dämpfung in der Atmosphäre sowie (u.U. mehrere) Polariationsveränderungen der Funkwellen auf der Ausbreitungsstrecke. Diese dämpfen zwar nicht das Signal im eigentlichen Sinne, sorgen aber für Verluste an Antennenanlagen, die falsch polarisiert sind. Da sich die Polarisation oft schnell ändert, ist dieser Vorgang dafür verantwortlich, dass ein Empfang von Gegenstationen manchmal nur phasenweise möglich ist.
Früher wurde EME-Verkehr hauptsächlich in CW durchgeführt. Unter Berücksichtigung der modernen Receivereigenschaften (Rauschverhalten !) und der hierzulande möglichen maximalen Sendeleistung von 750 W ist in dieser Betriebsart auf 144 MHz EME-Verkehr nur möglich, wenn die auf beiden Seiten genutzten Antennen zusammen mindestens einen Gewinn von 40 dB aufweisen. Jede Antennenanlage für sich sollte daher einen Gewinn von ca. 20 dB aufweisen. Dies ist nur für wenige OM’s machbar; auch die 2-m Antennenanlagen von DK0IZ liegen knapp unterhalb dieser Grenze. Abhilfe schafft hier der EME-Betreib zu Zeiten des Mondauf- bzw. –untergangs. Hier kommt es durch Bodenreflexionen bei nahezu horizontaler Strahlungsachse zu einem zusätzlichen Gewinn von bis zu ca. 6 dB. Damit ist EME-Verkehr in einem Zeitfenster von jeweils ca. einer Stunde möglich, eine aufwendige Elevation der Antenne ist dann nicht erforderlich.
Einen enormen Sprung beim EME-Verkehr hat die Einführung digitaler Betriebsarten nach sich gezogen. Im UKW-Bereich wird hier JT65B genutzt, für dessen Betrieb eine rauscharme Soundkarte sowie ein stabiler Transceiver mit TXCO erforderlich sind. Ohne auf die Einzelheiten einzugehen gilt, dass die Decodierungsalgorithmen von JT65B eine Kommunikation auch dann noch möglich macht, wenn der Nutzsignalpegel ca. 25 dB (!) unter dem Rauschen liegt. Damit ist EME-Verkehr an der Clubstation problemlos möglich, so lange nicht die bereits erwähnte Polarisationsdrehung hier einen Strich durch die Rechnung macht. Mit einer „Mittelklasse“ UKW-Anlage (z.B. 11 Ele-Yagi mit ca. 300 W) ist EME-Verkehr wenigstens mit überdurchschnittlich ausgerüsteten Gegenstationen möglich. Bei DK0IZ wurden im EME-Verkehr mittlerweile alle Kontinente außer der Antarktis auf 2 m gearbeitet. Überlegungen, die Antennenanlage zu umzubauen, dass EME auch auf 70 cm möglich ist, werden grad angestellt.
Interessenten an dieser außergewöhnlichen Betriebart kann ich gerne vor Ort eine Einführung geben. Ihr solltet dabei allerdings einen eigenen 2 m Transceiver mitbringen, da für den FT 736 eine digitale Steuerung nicht möglich ist.
Alexander, DL1AIW.
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